Home → Business-News

Die Imagebroschüre: Wann sich gedruckte Werbung lohnt

Like Tweet Pin it Share Share Email

Für kleine Unternehmen lohnt sich eine gedruckte Imagebroschüre, wenn sie bei einem Beratungsgespräch, einer Veranstaltung oder der Vorstellung bei einem Partnerbetrieb hilft. Sie fasst Unternehmen, Leistungen und Arbeitsweise zusammen und zeigt Interessierten, ob das Angebot zu ihnen passt.

Die Broschüre hilft, wenn sie ein klares Ziel hat, passende Inhalte enthält und am richtigen Ort oder zur passenden Zeit übergeben wird. Sie ergänzt die Website und das persönliche Gespräch, ersetzt beides aber nicht.

Ziel und Leserschaft klären

Legen Sie vor dem Schreiben fest, wen die Broschüre erreichen soll und was diese Person danach wissen oder tun soll. Eine Unterlage für potenzielle Kundinnen und Kunden muss andere Fragen beantworten als eine Broschüre für Bewerbende oder Kooperationspartner.

Ein Handwerksbetrieb könnte beispielsweise zeigen, welche Arbeiten er übernimmt, wie ein Auftrag abläuft und wie Interessierte ein Erstgespräch vereinbaren. Bei der Suche nach Auszubildenden wären dagegen Einblicke in den Arbeitsalltag und Informationen zur Ausbildung wichtiger. Ein klarer nächster Schritt, etwa ein Anruf oder ein Besuch, zeigt Interessierten, was sie tun können.

Wenn sich kein konkreter Einsatz nennen lässt, ist eine allgemeine Broschüre vermutlich noch nicht die richtige Investition. Dann sollte das Unternehmen zunächst klären, wo Interessierte tatsächlich Informationen benötigen und welches Material ihnen dort weiterhilft.

Inhalte nach Kundennutzen auswählen

Richten Sie sich nach den Fragen Ihrer Leserinnen und Leser: Was bietet der Betrieb an? Für wen ist das Angebot gedacht? Wie läuft die Zusammenarbeit ab? Die Unternehmensgeschichte gehört nur dann ausführlicher hinein, wenn sie eine für die Zielgruppe relevante Erfahrung oder besondere Kompetenz erklärt.

Eine kompakte Broschüre enthält zum Beispiel:

  • eine kurze Vorstellung des Betriebs und seiner Leistungen
  • den Nutzen für typische Kundinnen und Kunden
  • den Ablauf einer Zusammenarbeit oder eines Auftrags
  • passende Nachweise, etwa ein freigegebenes Kundenbeispiel oder Einblicke in den Arbeitsalltag
  • einen gut auffindbaren Kontaktweg und den nächsten Schritt

Wählen Sie Beispiele gezielt aus. Ein Foto der Mitarbeitenden oder des Betriebs vermittelt einen konkreten Eindruck, wenn es zur tatsächlichen Arbeit passt. Kundenstimmen, Bilder und Fallbeispiele sollten nur erscheinen, wenn die Nutzung geklärt ist. Zahlen und Auszeichnungen helfen ebenfalls nur, wenn die Leserschaft ihre Bedeutung versteht.

Gestaltung passend zum Betrieb

Nutzen Sie die Farben, Schriften und das Logo, die das Unternehmen bereits verwendet. Eine klare Gliederung und gut lesbare Schrift erleichtern das Durchblättern. Kurze Textabschnitte und aussagekräftige Bilder helfen, die zentralen Informationen schnell zu erfassen.

Wählen Sie Format, Umfang und Papier nach dem Einsatz. Eine Broschüre, die bei Gesprächen übergeben wird, muss sich angenehm handhaben und leicht mitnehmen lassen. Wenn die Broschüre ausgelegt wird, muss sie dort gut sichtbar und erreichbar sein. Teure Extras beim Druck lohnen sich nicht automatisch. Muss die Broschüre häufig aktualisiert werden oder übersteigen die Herstellungskosten den Nutzen, ist eine einfachere Ausführung die vernünftigere Wahl.

Prüfen Sie vor dem Druck besonders die Kontaktangaben und Öffnungszeiten. Kontrollieren Sie auch die Leistungsbeschreibungen sowie Verweise auf digitale Angebote. Veraltete Angaben machen die Broschüre schnell unbrauchbar. Bei Änderungen an Angebot oder Zuständigkeiten sollte außerdem klar sein, wer die Druckvorlage pflegt.

Wann Print besonders passt

Eine gedruckte Broschüre passt besonders gut, wenn persönlicher Kontakt besteht und sie im richtigen Moment zum Einsatz kommt. Bei einem Beratungsgespräch kann sie das Angebot zusammenfassen und nach dem Termin als Erinnerung dienen. Auf einer Messe oder Veranstaltung gibt sie Interessierten etwas zum Mitnehmen. In einem Partnerbetrieb erreicht sie Menschen, die dort bereits nach einer passenden Leistung suchen.

Studien zu gedruckten Anzeigen liefern Hinweise darauf, dass Menschen sich in bestimmten Untersuchungen besser an gedruckte als an digitale Anzeigen erinnerten. Eine 2021 veröffentlichte Studie fand Vorteile dabei, wie Menschen die Anzeigen zunächst verarbeiteten und sich an sie erinnerten. In einer Teilstudie zeigte sich nach einer Woche jedoch kein statistisch signifikanter Unterschied darin, ob die Teilnehmenden die Anzeigen wiedererkannten. Die Untersuchung bezog sich auf Anzeigen, nicht auf Imagebroschüren kleiner Unternehmen. Sie belegt daher keinen allgemeinen Wirkungs- oder Umsatzvorteil für gedruckte Broschüren.

Auch eine Untersuchung von Anzeigen in einer digitalen Testausgabe des Stern fand Unterschiede nach Anzeigengröße. Das Ergebnis gilt für dieses Anzeigenumfeld und sagt nicht, welche Größe eine Broschüre haben sollte. Für kleine Betriebe zählt vor allem, ob die Broschüre am Auslageort beachtet oder bei einem Gespräch tatsächlich verwendet wird.

Kosten und Nutzen abwägen

Berücksichtigen Sie bei der Entscheidung neben dem Druck auch die Gestaltung. Beziehen Sie Lagerung und Verteilung ebenfalls ein. Denken Sie außerdem an spätere Aktualisierungen. Eine große Auflage kostet Geld und verbraucht Material, wenn die Broschüre nur selten ausgegeben wird oder Inhalte bald veralten. Eine kleinere Auflage kann sinnvoller sein, wenn der Betrieb zunächst einen bestimmten Einsatzort erproben möchte.

Es gibt keinen festen Wert dafür, ab wann sich eine Imagebroschüre finanziell lohnt. Studien zu Anzeigen, Prospekten oder adressierten Werbesendungen messen andere Formate und Ziele. Deshalb lässt sich mit diesen Ergebnissen der Umsatz einer Unternehmensbroschüre nicht verlässlich einschätzen.

Messen Sie den Nutzen dort, wo die Broschüre zum Einsatz kommt. Fragen Sie neue Interessierte, wie sie auf den Betrieb aufmerksam wurden, oder nutzen Sie für jeden Kontaktpunkt einen eigenen Kontaktweg. So erkennen Sie besser, ob die Broschüre zu Gesprächen, Anfragen oder Bewerbungen geführt hat.

Digitalen Kontakt ergänzen

Ergänzen Sie die gedruckte Broschüre um einen digitalen Kontaktweg. Eine kurze Webadresse oder ein QR-Code führt beispielsweise zu aktuellen Öffnungszeiten, ausführlichen Leistungsinformationen oder einer Möglichkeit zur Terminvereinbarung. Prüfen Sie den Verweis vor dem Druck und halten Sie die verlinkte Seite aktuell.

Für Unternehmen mit häufig wechselnden Informationen eignet sich eine digitale Fassung als Ergänzung. Preise und Termine lassen sich online leichter aktualisieren. Das gilt ebenso für kurzfristige Hinweise. Die gedruckte Version sollte sich auf länger gültige Inhalte konzentrieren, etwa die Arbeitsweise des Unternehmens. Dazu gehören auch Leistungen und Kontaktmöglichkeiten.